PRIDE Nr. 210 / Februar 2026

Vor 100 Jahren

Der Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von Rosa von Praunheim wurde erstmals im Jahr 1971 gezeigt. In vielen persönlichen Gesprächen über den Tod des Aktivisten wurden innerhalb der queeren Community schnell klar, dass viele der jungen Aktivist*innen weder den Film noch den streitbaren Regisseur gekannt haben. Ich denke, jede Person in Österreich kennt Kaiserin Sisi und Ludwig II von Bayern, aber die eigene queere Bewegungsgeschichte und deren Aktivist*innen verblassen mit den vielen guten und positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Daher gibt es einen Nachruf über von Praunheim (S. 38) und den Start einer neuen Kolumne: Andreas Brunner von Qwien wird beginnend mit den 1920er Jahren anhand von konkreten Biographien und Ereignissen ein Gespür geben, wie das Leben in der jeweiligen Dekade als queere* Person war (S. 28). Nur mit dem Wissen der eigenen Geschichte sind wir auch gestärkt gegen die aktuellen negativen Entwicklungen anzukämpfen.

Die Stärke queerer Vielfalt wird bei der linzpride2026 am 27. Juni aber auch erstmals bei der welspride2026 am 16. Mai sichtbar werden (S. 12).

Und ein queerer kultureller Schwerpunkt wird uns bis in den Herbst auch im Linzer OK mit den Rahmenprogrammen zu den Ausstellungen „Glumpert“ von Peter Fellner (S. 34) und „Pleas of Resistance“ von Carlos Motta (S. 42) begleiten.

Wir haben bereits erste Informationen dazu zusammengetragen.

Text: Gerhard Niederleuthner